Mit Social Support zum nachhaltigen Trainingserfolg!
Unerwünschtes Verhalten und Emotionen:
Wir Menschen haben eine sehr genaue Vorstellung davon was ein Welpe alles nicht darf, und möchten dieses unerwünschte Verhalten möglichst schnell abtrainieren. Besser wäre es im ersten Schritt verstehen zu wollen warum der junge Vierbeiner dieses Verhalten überhaupt zeigt. Denn so kann ich viel nachhaltiger trainieren.
Die Emotionssysteme beim Hund
Unsere Hunde haben genau wie wir Menschen Emotionen, der Neurobiologe Jaak Panksepp hat 7 Emotionssysteme der Säugetiere beschrieben:
- Seeking – Erwartung, Vorfreude
- Fear – Angst
- Rage – Ärger, Wut
- Lust – Sexuelle Erregung
- Care – Fürsorge
- Sadness / Panic – Traurigkeit, Trauer
- Play – Soziale Freude
Die Emotionssysteme können sich gegenseitig aktivieren aber auch hemmen und beeinflussen sich somit gegenseitig. Jede dieser Emotionen wird durch eine Vielzahl von Verhaltensweisen ausgedrückt, darunter Körpersprache, Mimik, Lautäußerungen und Aktivitätsniveau. Zwei der Emotionen möchte ich genauer besprechen:
Care und Fear
Die Emotion Care wird aktiv, wenn die Mutterhündin Pflege- und Fürsorgeverhalten zeigt, d.h. je besser sich die Mutterhündin um ihren Nachwuchs kümmert, desto sicherer gebunden sind die Welpen. Nach der Mutterhündin ist es der Mensch der diese Emotion dafür nützen kann eine sichere Bindung zu seinem jungen Vierbeiner aufzubauen.
Social Support
Wenn unser Welpe bei uns Schutz sucht, weil er sich vor etwas oder jemanden erschrocken hat, dann ist es enorm wichtig ihn zu unterstützen und ihm diesen Schutz zu bieten, der Fachbegriff heißt „Social Support“. Hier tritt dann die hemmende Wirkung von der Emotion Care gegenüber der Emotion Fear ein. Tun wir dies nicht und nehmen die Angst nicht wahr oder lassen unseren Vierbeiner in dieser Situation alleine, werden wir das Vertrauen das unser Hund in uns setzt nachhaltig beeinträchtigen. Emotionen können nicht willentlich gesteuert werden und sind überlebensnotwendig, denn sie leiten motorische Aktivitäten ein, dir wir als Verhalten beobachten.
Emotionen sind keine Gefühle
Wir setzen Emotionen oft mit Gefühlen gleich, es besteht jedoch ein Unterschied. Gefühle sind die individuellen Empfindungen die wir erleben, wenn wir Emotionen durchleben. Erfahrungen die ein Hund in einer emotionalen Situation gemacht hat, werden abgespeichert und lösen in ähnlichen Situationen gegebenenfalls eine Schutzfunktion aus.
Gibt es ein schlechtes Gewissen beim Hund?
Nein, denn komplexere Emotionen wie Schuld, Scham oder Verlegenheit setzen die Fähigkeit zur Selbstreflexion voraus, und dazu ist unser Hund wahrscheinlich nicht in der Lage. Das was wir als schlechtes Gewissen interpretieren, ist nur die Verhaltensreaktion auf unsere Laune. Da unsere Hunde, genau wie wir Menschen, Spiegelneuronen im Gehirn haben, nehmen sie unsere Stimmungen wahr und reagieren darauf.
Emotionen und Training
Was hat das jetzt alles mit Training zu tun und warum ist es wichtig dies überhaupt zu wissen? Da alle Säugetiere darauf bedacht sind ein emotionales Gleichgewicht zu erzielen, passt sich das Verhalten ein Leben lang an die äußeren Bedingungen an. Zeigt ein Vierbeiner ein Verhalten häufiger dann deshalb, weil es sich lohnt. Wir können durch die emotionale Bewertung einer Situation, das Training verbessern, dies sollten wir auch gezielt einsetzen!
Wenn der Hund bei Hundebegegnungen regelmäßig Angst hat, dann können wir durch Social Support die Emotion beeinflussen und kommen so schneller an unser Trainingsziel. Wenn wir hingegen unseren Hund noch strafen, weil er sich so ungezogen benimmt, dann wird er in dieser unangenehmen Emotion bleiben und diese wird sogar noch größer.
Je mehr positiv aufgebaute Strategien unser Hund gelernt hat, desto leichter wird es ihm fallen in schwierigen Situationen sein emotionales Gleichgewicht wiederfinden.
Wenn du deinen jungen Hund von Anfang an richtig unterstützen möchtest, damit er ein entspannter Alltagsbegleiter wird, dann kontaktiere mich noch heute für ein Kennenlerngespräch.
Dein Welpencoach Romana Stieglecker
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