Ein Plädoyer für...

...weniger Druck im Zusammenleben mit deinem Welpen

Dein neues vierbeiniges Familienmitglied zieht ein. Die Vorfreude ist riesig und mit ihr oft auch der Wunsch, von Anfang an alles richtig zu machen. Schließlich liest und hört man überall, wie wichtig die ersten Wochen sind. Also werden Pläne geschmiedet. Der Welpe soll möglichst viele Menschen kennenlernen, die Hunde in der Nachbarschaft treffen, entspannt an lockerer Leine durch die Stadt laufen, stubenrein werden und natürlich auch möglichst früh lernen, alleine zu bleiben.

Doch genau hier beginnt häufig der Druck, für den Menschen und vor allem für den Welpen.

Ein Welpe kommt in eine völlig neue Welt. Er hat seine Mutter, seine Geschwister und seine vertraute Umgebung verlassen. Alles ist fremd, die Gerüche, die Geräusche, die Menschen und die täglichen Abläufe. Während wir voller Motivation die ersten Trainingsziele abhaken möchten, versucht der kleine Hund zunächst einmal, sich in seinem neuen Leben zurechtzufinden.

Werden die ersten Wochen mit zu vielen Erwartungen, Reizen und Trainingsaufgaben gefüllt, zeigt sich oft schnell, dass der Welpe überfordert ist. Er beginnt zu beißen, springt Menschen an, findet schlecht zur Ruhe oder wirkt ständig aufgedreht. Das sind häufig keine Anzeichen von Ungehorsam, sondern Ausdruck von Stress und Überforderung. Und diese Verhaltensweisen sind oft nur die Spitze des Eisbergs.

Ein Welpe, der in den ersten Wochen kaum Zeit bekommt, anzukommen und Sicherheit zu entwickeln, kann später als Junghund größere Schwierigkeiten haben, mit Umweltreizen umzugehen. Er ist schneller gestresst und findet im Alltag weniger gut in die Entspannung zurück.

Dabei wünschen wir uns doch alle einen Begleiter, der gelassen durchs Leben geht, Herausforderungen bewältigen kann und sich an seinem Menschen orientiert. Die Grundlage dafür entsteht nicht durch möglichst viele Trainingseinheiten, sondern durch eine sichere Bindung und ausreichend Zeit, die neue Welt in einem angemessenen Tempo kennenzulernen.

Nimm deshalb den Druck heraus.

Gib deinem Welpen die Möglichkeit, wirklich anzukommen. Werde für ihn ein verlässlicher Ruhepol, bei dem er Sicherheit findet und von dem aus er die Menschenwelt Schritt für Schritt entdecken darf.

Konzentriere dich in den ersten Wochen auf wenige, aber wirklich wichtige Dinge. Überlege dir, welche Signale oder Verhaltensweisen dir im Alltag besonders wichtig sind, und baue diese mit Ruhe und Geduld auf. Qualität ist dabei deutlich wertvoller als Quantität.

Sprich außerdem mit der Züchterin, dem Züchter oder der Pflegestelle, bei der dein Welpe seine ersten Lebenswochen verbracht hat. Frage nach, welche Erfahrungen er bereits sammeln durfte und welche Übungen oder Alltagssituationen er schon kennengelernt hat. Nicht alles muss unmittelbar nach dem Einzug fortgeführt werden. Manche Themen dürfen durchaus warten, da dein junger Hund bereits erste positive Erfahrungen damit sammeln durfte.

Die ersten Wochen mit einem Welpen sind keine Prüfung, die möglichst perfekt bestanden werden muss. Sie sind der Beginn einer gemeinsamen Beziehung. Eine Beziehung, die von Vertrauen, Sicherheit und gegenseitigem Verständnis lebt.

Wenn dein Welpe lernt, dass er sich auf dich verlassen kann, legst du das wichtigste Fundament für euer gemeinsames Leben. Vieles andere lässt sich später noch in Ruhe lernen, Vertrauen und Sicherheit hingegen entstehen genau jetzt.

Mein Trainingskonzept „Sicherer Hafen“ setzt genau an diesen entscheidenden Hebeln an. Du lernst, für deinen Welpen ein verlässlicher Sozialpartner zu sein und erhältst im 1:1-Training genau die Unterstützung, die du brauchst.

Du wirst deinen jungen Vierbeiner und seine Bedürfnisse besser verstehen lernen und so eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen. Ich begleite dich als deine zertifizierte Welpentrainerin durch die Welpenzeit und stehe dir mit individuellem Wissen, praktischen Lösungen und persönlicher Unterstützung zur Seite.